Havanna – Cienfuegos – Trinidad – Cayo Coco – Varadero
Wir planen Ende Juli 2000 unsere letzten gemeinsamen Ferien mit unseren Söhnen Manuel (22) und Raphael (19). Sie sind von der Aussicht, Kuba zu bereisen, sehr angetan. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass Manuel seine in Peru erworbenen Spanisch-Kenntnisse täglich anwenden kann.
Wir fliegen mit dem Balair-Charter nach Varadero und gleich weiter mit Minibus nach Havanna, der Hauptstadt.
Havanna, die Stadt der Gegensätze
Auf einer Stadtbesichtigung mit Auto und zu Fuss hat uns diese faszinierende Stadt sofort in ihren Bann gezogen. Man fühlt sich in „La Habana“ wie in einer Zeitreise, wenn man die Strassen mit den Autos der 1950er Jahre entlang geht. Gleichzeitig begegnet man auch dem Zerfall nahe Häuser.

Catedral de San Cristobal
Die historische Altstadt, Habana Vieja genannt, gehört sicher zu den einzigartigsten Stadtteilen der Welt und gehört seit 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir stehen vor der barocken Catedral de San Cristobal und verweilen auf der wunderschönen Plaza Vieja, wo sich in deren Gebäude der lebendige architektonische Mix der Stadt widerspiegelt.

Plaza Vieja
Und nicht zu übersehen und zu überhören sind die Strassenmusikanten auf verschiedenen Plätzen. Eine Gruppe „Oldies“ im Stil von „Buena Vista Social Club“ sitzt am Strassenrand und spielt den Hit „Guantamera“.

Senioren-Band à la “Buena Vista Social Club”
Das bekannte, imposante und weisse Kapitol ist sozusagen das Herz von Kuba. Alle Entfernungen in Kuba werden von diesem Punkt aus gemessen! Nicht zu übersehen ist, dass das Capitolio nach dem Vorbild des Weissen Hauses in den USA erbaut wurde. Es ist sogar etwas grösser als dieses!
Die Festungsanlage „Fortaleza de San Carlos de la Cabana“ liegt erhöht am Ostufer der engen Einfahrt zur Bucht von Havanna, der „Bahia de La Habana“, von wo wir eine herrliche Aussicht über die Stadt am andern Ufer haben.

Blick von “La Cabana” auf Havanna mit dem markanten Kapitol
Der berühmte Nachtclub El Tropicana
Dieser befindet sich in einem üppigen großen tropischen Garten und wurde am 30. Dezember 1939 eröffnet. Das Tropicana hat die wohlhabende Elite sehr schnell gefesselt. Die kubanischen verzauberten Nächte, der Sternenhimmel, die heisse und träge Musik, die schillernden Frauen (die besten kubanischen Mulatinnen) und der üppige Garten gaben den Besuchern die Idee, eins zu sein in einer unwirklichen Welt von exotischer Pracht.
So fühlen wir uns, als wir das Tropicana eines Abends betreten und von der unglaublichen Tanzshow hingerissen sind. Wir haben einen Vierertisch in guter Position zur Bühne und im Eintrittspreis Anrecht für 250 ml Rum pro Person. Also macht das für unsere Familie gerade mal einen ganzen Liter – das kann ja schön werden, denken wir.
Ich habe für Freunde bestimmte Marken von den berühmten Havanna-Zigarren gekauft und sicherheitshalber noch genügend Reserve für mich als praktische Geschenke bei Einladungen zu Hause etc. Wissend, dass der Abend sich im Freien abspielt und wir Rum trinken werden, habe ich vier Exemplare mitgenommen, obwohl Susanne und ich Nichtraucher sind und unsere Boys nur gelegentlich rauchen.
Da sitzen wir also am Tisch, trinken genüsslich unseren Rum und lassen uns von den Tänzerinnen und Tänzern faszinieren. Das ist doch der gute Moment, um unsere Zigarren anzuzünden, denke ich und siehe da, es ist ein ungewohntes Bild von der “Smoking Family”. Aber wir finden es sehr amüsant und geniessen es förmlich.
Ein Kubaner offeriert uns Hilfe – will aber dann trotzdem Geld
Wir haben ein Mietauto für eine Rundreise und fahren Richtung Südosten und suchen ausgangs Havanna eine Abzweigung Richtung Cienfuegos, aber es gibt keine Strassenschilder. Wir studieren die Karte und ein Einheimischer kommt und fragt wo wir hinwollen. Manuel mit seinen Spanischkenntnissen übernimmt “Regie”.
Der Mann offeriert mitzukommen, da er in die gleiche Richtung muss und erklärt, dass er für diesen Service kein Geld verlangt. Nach ca. 30 km ist er an seinem Ziel und erwähnt, dass seine “Dienste” USD 30.00 kosten. Manuel kommt in Rage und schlussendlich geben wir ihm ein paar Dollar.
Cienfuegos
Cienfuegos ist die einzige Stadt in Kuba, die von den Franzosen gegründet wurde. Infolgedessen fühlt es sich ein wenig anders an als andere kubanische Städte mit breiteren Straßen. Es ist auffallend, wie viele Strassen noch mit Pflastersteinen versehen sind.
Im Zentrum, dem “Pueblo Nuevo” gefällt der grosse Platz von Parque José Marti. Hier beeindrucken das Tomas Terry Theater im viktorianischen Stil.

Tomas Terry Theater
Unsere Reise geht weiter und entlang der Südküste erreichen wir unser Ziel nach 80 km Fahrt.
Trinidad
eine wunderschöne Kolonialstadt, aber es gibt Einheimische, die sind aufs Geld der Touristen erpicht, wie die zwei Beispiele mit dem Parkwächter und dem “Kellner” zeigen:
Der Parkwächter: wir parkieren unser Auto an einem Parkplatz mit Parkwächter, er verlangt einige Dollars und als wir zurückkommen, ist das Auto zwar noch da, aber der “Parkwächter” mit unseren Dollars nicht mehr!

Die wunderschöne Stadt Trinidad
Wir hören Musik und finden den Ursprung im schönen Innenhof eines Restaurants und verweilen dort für einen Drink, um auf den heutigen Geburtstag von Manuel anzustossen.

Im Innenhof eines Resaurants mit musikalischer Unterhaltung
Der Kellner fragt, wo wir Abendessen und da wir nichts geplant haben, anerbietet er sich für ein privates Nachtessen bei sich zu Hause, gegen Entgelt natürlich. Wir sind einverstanden für eine kleine Geburtstagsüberraschung und hoffen auf einen interessanten Abend. Wir treffen uns um sieben Uhr abends wieder in diesem Restaurant.
Das Abendessen bei Einheimischen
Wir gehen zusammen einige Schritte zu Fuss und mit dem Lift in den 6. Stock, wo wir von weiteren Familienmitgliedern willkommen geheissen werden. Sie sind ausgesprochen freundlich und wollen uns einen guten Service bieten. Es gibt ein kleine Terrasse, wo wir gerade noch Platz haben. Das Essen wird serviert, aber bald beginnt es zu regnen und wir müssen in die Wohnung zurück.
Der Kellner: Unser “Kellner” fragt ob wir ein Coca Cola wollen, das er gerne besorgen werde und es koste ein paar Dollar, was aber völlig überrissen ist. Das kommt Manuel gerade recht und in seinem perfekten Spanisch macht er ihnen eindeutig klar, dass er das Cola im Shop für maximal 50 cents bekommt.
Von diesem Moment an ist die “Freundlichkeit” zu Ende und wir werden für den Rest des Essen wortlos bedient. Das Essen selber ist gut, aber auch nicht billig, aber wir verstehen ja, dass sie an den Touristen etwas Geld verdienen sollen. Abzocken lassen wir uns aber dabei nicht.
Im Nachhinein lachen wir über diese doch interessante und aufschlussreiche Episode.
Unsere Reise führt uns quer durch die Insel, passieren das grössere Städtchen Sancti Spiritu und vor der Nordküste angelangt, überqueren wir einen mehrere Kilometer langen Damm, der uns zu vorgelagerten kleinen Inseln, den sog. “Cayos” (Keys) bringt.
Cayo Coco
Wir haben unser Ziel nach rund 235 km erreicht, wo wir im Tryp Hotel übernachten. Es ist ein “All inclusive”-Hotel, also auch Getränke eingeschlossen. Es herrscht reger Betrieb und unsere Zimmer sind direkt neben dem Pool, wo bereits ein lautes “Unterhaltungsprogramm” abläuft.
Für mich ist klar, hier bleibe ich nicht, gehe zurück zur Rezeption und bitte um ruhige Zimmer möglichst weit vom “Rummel”. Unser Wunsch wird erfüllt und vor unseren Zimmern in einem 2-stöckigen Block ist ein Teich mit Flamingos – und so sind wir alle wieder zufrieden.
Zudem haben wir von hier nur unweit bis zum sehr langen, wunderbaren Sandstrand.
Wir geniessen die Tage ausgiebig und unsere Jungs benützen die Gelegenheit des “all-inclusive”, auch die verschiedensten Cocktails zu testen.
Varadero
Aber auch diese Tage gehen vorbei und so fliegen wir an einem Morgen von Cayo Coco in 51 Minuten direkt nach Varadero und übernachten in einem Hotel direkt am Strand. Wir verbringen die Zeit am allerdings mehr bevölkerten Strand als in Cayo Coco, geniessen ein paar Drinks (für die Jungs “Sex on the Beach”!) zum Abschluss einer grandiosen Reise.
Dann ist auch diese Herrlichkeit vorbei und wir fliegen mit dem Balair-Charter wieder zurück nach Zürich.