Von den Anfängen des Tourismus bis zur Gegenwart

Karibik – auf der Suche nach exklusiven Deluxe-Resorts

 

Von Puerto Rico im Norden
bis zu den Grenadinen im Süden

 

Gesucht: Exklusive Deluxe-Resorts in der Karibik

Aufgrund meiner weltweiten Kenntnisse von Ländern, Regionen und Hotels ist es eine meiner Aufgaben, als „Auskunftsbüro“ und Anlaufstelle für die MitarbeiterInnen in den Verkaufsfilialen zu sein, wenn spezielle Auskünfte über weniger bekannte Gebiete und Hotels gefragt sind. Wenn sie mich anrufen, weiss ich gleich, dass ich ihre letzte Möglichkeit bin, für die Beratung ihrer Kunden von mir die entsprechenden Auskünfte zu erhalten.

Die Anfragen nach Top Deluxe Resorts, die nicht im Kuoni-Katalog aufgeführt sind, mehren sich und ich unterbreite 1988 dem Departements-Leiter meinen Wunsch, dass ich unbedingt die Karibik intensiv bereisen sollte, um die VerkaufsmitarbeiterInnen mit allen wichtigen Details informieren zu können. Dazu gehören Beurteilung der Lage, Eindruck, Infrastruktur oder wo befinden sich die besten Zimmer bei einem weitläufigen Resort oder schlussendlich auch über die Tauglichkeit für Schweizer und westeuropäische Touristen. Gleichzeit besuche ich auch Golfplätze, um alle Details zu notieren, Score Cards mitzunehmen, damit Golf-interessierte Kunden auch diese Informationen wunschgemäss erhalten – um den Entscheid für ein gewünschtes Hotel treffen zu können.

Es ist also ein grosser „Rucksack“, den ich während den 2 Wochen füllen muss – von Siesta am Pool oder am Strand nicht die Rede.

Aus den unzähligen, besuchten exklusiven Resorts konzentriere ich mich auf eine selektive Auswahl von sieben Inseln,

 

Puerto Rico

ist der Ausgangspunkt für meine Reise.
Hervorragende Hotel-Infrastruktur an der Nordküste mit endlos langen feinen Sandstränden, Golfplätzen, Casinos etc. Tropische Vegetation, speziell herrlich angelegte Palmengärten der Hotels.

Strand vom Caribe Hilton in San Juan, Puerto Rico

British Virgin Islands

Ein kurzer halbstündiger Flug bringt mich zu diesem Gebiet, das über 50 kleinere und grössere Inseln umfasst.

In Beef Island steige ich um auf einen Flug von nur 5 Minuten auf die

Insel Virgin Gorda / Little Dix Bay Deluxe Resort
Das Besondere dabei ist, dass bereits am Flughafen in Beef Island am speziellen Hotel-Desk das Check-in erfolgt. Nach der Landung in Virgin Gorda bringt der hoteleigene Bus die Gäste in 5 Minuten direkt zum zugewiesenen Bungalow/Zimmer.

Das Resort mit 102 Zimmern in teils 2-stöckigen Bungalows liegt in der gleichnamigen Bucht mit feinem Sandstrand und in einem herrlichen, 200 ha grossen tropischen Park.

Als kleines Beispiel über detaillierte, wichtige Beobachtungen: Auf der ausgedehnten Besichtigung notiere ich mir die Nummern der bestgelegenen Bungalows und sonstige speziell wichtige Informationen, wie z.B. dass Bungalows mit hohen Nummern teils bis 500 m vom Restaurant entfernt sein können, dafür aber Gratis-Velos zur Verfügung stehen. (und allenfalls Regenschirme!)

Der Hotel-Bus bringt mich nach einer Uebernachtung wieder zum Flugplatz für den Flug zurück nach Beef Island.

Flugpiste von Virgin Gorda

 

Privatinsel Necker Island
Die Insel, im Besitz von Richard Branson, dem berühmten Industriellen, ist ein besonderes Highlight. Sie liegt 1,6 km nordöstlich von Virgin Gorda, ist 30 ha gross und erreichbar mit Helikopter oder Motoryacht.

Ich habe den Besuch bei Ankunft in Virgin Gorda telefonisch bestätigen müssen und werde gebeten, in einer bestimmten Bucht zu warten, bis mich ein Angestellter des Resorts mit einem Boot abholen wird. Der genaue Zeitpunkt kann nicht bestätigt werden, da ich erst auf die Insel darf, wenn die Gäste für einen Bootsausflug das Resort verlassen haben.

Zuoberst auf dem 32 m hohen Hügel, dem „Devils Hill“, befindet sich „The House“ mit allen Einrichtungen. Das Material und die Stoffe sind hauptsächlich aus Bali, der Dachstuhl mit Holz aus Brasilien, haitianische Gemälde, englische Antiquitäten, mexikanische Töpfereien, skandinavisches Kristall, englisches Porzellan usw.

Insgesamt 10 Zimmer stehen zur Verfügung, alle mit Terrasse, die rund um das Haus führt. Zuoberst ist die „Presidential Suite“ mit Terrasse, kleinem Plunge-Pool und 360° Rundsicht.

Top-Terrasse der Presidential Suite

Nur das ganze Resort kann gemietet werden, ungeachtet, ob nur von 2 oder mehreren Personen belegt. Zum Zeitpunkt meines Besuches kostet eine Uebernachtung, ohne Mahlzeiten, USD 10,000 und wie ich vom Hotel-Manager erfahren habe, waren nur 2 Gäste für 1 Woche anwesend.

Obwohl mit Blick vom Meer der Eindruck entsteht, dass es sich um ein kleines Resort handelt, bin ich überrascht über die exklusive Infrastruktur.
Im Innenbereich eine grosse Lounge, Innen-Garten, grosse Video-Bibliothek, Fitnesscenter, Piano sowie ein grosser Weinkeller mit exklusiver Auswahl.

Im Aussenbereich wartet für die Gäste ein Frischwasser-Pool mit Sicht aufs Meer und Nachbarinseln.

Auch über 2 Jacuzzis, 1 Flutlicht-Tennisanlage sowie eine grosse Auswahl für Wassersport (Windsurf, Segel- und Motorboote etc.) verfügt das Resort und die Gäste können zudem von drei Strandabschnitten auswählen.

Einer der drei Strand-Abschnitte

Ein einzigartiges Resort mit allen Annehmlichkeiten. Ideal für Verwaltungsratssitzungen oder wichtige geschäftliche Verhandlungen, kombiniert mit Erholung, Aktivitäten in exklusiver Ambiance allein auf einer Karibik-Insel.

 

Peter Island
Ist eine weitere Luxusperle und das einzige Resort auf der Insel, die mit einer hoteleigenen Motoryacht erreicht werden kann.

Insgesamt vier Strandabschnitte mit der schönsten, ca 1 km langen „Deadman’s Bay“, umringt von einem traumhaften Palmengarten.

Hier finden sich auch die meisten exklusiven „Beach Houses“ sowie ein „Beach Restaurant“.. Die übrigen Unterkünfte befinden sich beim Pier und Yachthafen sowie in 4 exklusiven Villas, wobei sich die „Crows Nest Villa“ auf dem kleinen Hügel – am Ende der Bucht – befindet mit eigenem Pool und traumhafter Aussicht.

Selbstverständlich gehören auch Wassersport-Aktivitäten, ein grosser Salzwasser-Pool und 4 Tennisplätze zum Angebot. Ein hauseigenes Orchester spielt jeden Abend zur musikalischen Unterhaltung.

Ideal für Gäste, die ein exklusives Resort in traumhafter Umgebung, hervorragender Unterkunft, ausgezeichneter  Küche sowie auf einer kleinen Insel mit beschränkter Anzahl Touristen (keine Einheimischen, kein Dorf etc.).

Nach einer Übernachtung auf Peter Island bringt mich die Motoryacht auf die Insel Tortola, wo ich ein Wasserflugzeug vom Typ Grumman Mallard der Virgin Island Seaplane Shuttle Airline besteige und nach einem spektakulären Start in 10 Minuten nach St. Thomas fliege und in der geschützten ruhigen Bucht Crown Bay mit grosser Gischt lande.

U.S. Virgin Islands

Die Insel St. Thomas ist das Duty-Free Shopping Paradies für die Amerikaner. Auf der Hauptstrasse der “Hauptstadt” Charlotte Amalie reiht sich ein Shop nach dem andern – für mich der blanke Horror!

Die beiden Inseln St. Croix and St. John sind typisch amerikanisch, wenig Karibik-Flair, wenn auch mit Deluxe-Resorts, aber nicht für Schweizer Kundschaft geeignet.

 

Leeward Inseln

Insel Anguilla
die nördlichste der Leeward Inseln und Teil von „British West Indies“.
Die Spanier haben der Insel den Namen gegeben, da sie 25 km lang 5 km breit ist und die Form eines Aals aufweist. Sie ist flach, trocken und fast keine Vegetation, aber umgeben von einem Korallenriff und 20 km weissen Sandstrand.

Zwei hervorragende Hotels prägen diese Insel:

Hotel Villa Cap Juluca   –  DAS Traum-Resort 
An der Südwestküste auf einer eigenen 72 ha grossen Halbinsel gelegen mit zwei unterschiedlichen Strandabschnitten.

Einer der zwei Traum-Strände

Ein aussergewöhnliches kleines Resort, vorwiegend im maurischen Stil gebaut. (Das Beitragsbild für diesen Bericht stammt von hier)

Grosszügige Zimmer und Villen mit allen Annehmlichkeiten. 2-stöckige Villen mit eigenem Personal und Pool und Sonnenterrasse.

Markant ist das „Beachside Café Pimms“, im Stil einer maurischen Kasbah, auf einem Felsvorsprung gelegen mit Blick auf den weissen, 1,6 km langen Sandstrand. Hier wurde in späteren Jahren das Werbe-Video für “Raffaello” gedreht.

Beachside-Café Pimms (Ort des Werbe-Videos)

Gäste werden von der hoteleigenen  Limousine am Flughafen (15min entfernt) abgeholt und für den Weiterflug erledigt das Hotel-Personal den Check-in und Gepäcktransport, sodass die Kunden erst kurz vor Abflug das Resort verlassen müssen.
Ein einzigartiges Resort, ein Kronjuwel unter den karibischen Hotels, für eine ausgesuchte und betuchte Kundschaft.

Malliouhana Hotel
liegt an der Nordküste des südwestlichen Zipfels der Insel, in einem 10 ha grossen tropischen Garten auf einem Hügel im maurisch-mediterranen Stil gebaut. Blick nach Süden auf die Meads Bay mit seinem knapp 2 km langen weissen Sandstrand – ein Paradies. Im Nordosten die Long Bay Beach mit ca. 800 m weissem Sandstrand.

Meads Bay, Blick vom Hotel-Zimmer

Zwei der 3 Frischwasser-Pools

Ein kleines Resort mit 51 Zimmern und Suiten, 3 Frischwasser-Pools, 4 Tennisplätzen und Wassersport, ideal für Gäste die ein exzellentes Hotel im casual eleganten, intimen Rahmen suchen mit wenig Aktivitäten und Infrastruktur.

Mit einer Twin-Otter der Windward Island Airways erreiche ich die nächste Insel.

Twin-Otter der Windward Island Airways

Französische Antillen

St. Barthèlemy 
Eine kleine, hügelige 24 qkm grosse Insel mit vulkanischem Ursprung. Die Insel wurde von Kolumbus bei seiner zweiten Reise in die Neue Welt nach seinem Bruder Bartolomeo benannt.

Der kleine Flughafen St. Jean liegt zwischen einem Hügel und dem Meer. Nach Überfliegen des kleinen Hügels sticht der Pilot drastisch runter – knapp über der darunterliegenden Strasse – um auf der kurzen Piste von 380 m noch vor dem Meer am andern Ende landen zu können. Der Flughafen kann nur bei Tageslicht angeflogen werden.

Die kleine Hauptstadt Gustavia liegt in einer malerischen Bucht.

Das beste Hotel ist das Guanahani an der Grand Cul de Sac-Bay im Nordosten der Insel. Liegt direkt am Meer in einem 3 ha grossen Park mit Blumen und Palmen.
Für Gäste geeignet, die vor allem Ruhe und wenig Aktivitäten suchen in freundlicher, französischer Atmosphäre.

St. Vincent und die Grenadinen

Der unabhängige Inselstaat umfasst die Insel St. Vincent und die 32 Inseln der nördlichen Grenadinen bis nach Grenada über eine Distanz von rund 120 km. Die Inseln bestechen durch ihre Abgeschiedenheit, ihre Korallenriffe, türkisblauen Lagunen und unberührten Stränden – ein tropisches Paradies für Naturliebhaber, Taucher und Segler.

Christoph Kolumbus erreichte im Jahr 1498 zum Sankt-Vinzenz-Tag die Insel St. Vincent und gab ihr den Namen.

Mit einer Twin-Otter der Air Martinique fliege ich mit Zwischenlandung in Canouan nach Union Island. Hier wartet eine 13 m lange Motoryacht des gebuchten Resorts und bringt mich in einer halbstündigen Überfahrt zum Resort.

Petit St. Vincent Resort
Es ist die südlichste der Grenadinen-Inseln, nur 1,5 km lang und 100-500 m breit, ist von Korallenbänken umgeben und in Privatbesitz.

Die 46 ha große, grüne Insel wird durch drei Hügel und drei Kilometer Strände geprägt. Die höchste Erhebung ist der Telegraph Hill mit 82 m. Durch Felsen und Cliffs ist es nicht möglich, dem Strand entlang rund um die Insel zu gehen.

Ein kleines, exklusives Resort mit 22 Cottages, entweder auf den Felsen, am Strand oder auf dem Telegraph Hill, alle mit wunderbarer Aussicht und bietet mit einer umgebenden Mauer eine vollständige Privatsphäre.
Jedes Cottage hat einen Wohnraum mit Schiebetüre auf eine grosse Terrasse, ausgestattet mit Liegestühlen und Hängematte.
Das Resort verfügt nur über einen Tennisplatz mit Flutlicht, aber keinen Pool sowie Wassersport-Aktivitäten.

Einzigartiges Zimmerservice-System
Im Zimmerpreis ist Vollpension eingeschlossen. Die Gäste haben die Möglichkeit, jederzeit eine oder alle diese Mahlzeiten oder Getränke, „early morning-/afternoon tea“ ohne Mehrkosten ins Cottage zu bestellen.

Es gibt keinen Telefonanschluss im Cottage (wie auch kein Fernsehen, nur Radio) und für die Bestellung funktioniert folgendes System:

Eingang zum Cottage mit dem Fahnenmast, im Moment habe ich die Flagge auf “rot” gehisst.

Vor dem Zutritt zum Cottage ist ein Fahnenmast mit einem kleinen gelben und roten Wimpel. Das ausgefüllte Bestellformular im Zimmer wird in ein Fach beim Eingangstor gelegt und die gelbe Flagge gehisst.

Der „Zimmerservice-Fahrer“, wenn mit seinem Buggy unterwegs, sieht die gelbe Flagge und holt die Bestellung ab. Wenn von der Küche bereit, bringt er sie zum Bungalow, bedient die Glocke rechts am Eingang (um die Gäste in ihrer Privatsphäre nicht zu stören), legt die Bestellung in das Fach, das von innen geöffnet werden kann,  und verschwindet wieder.

Wenn jemand tagsüber oder nachts nicht gestört werden will, wird die rote Flagge hochgezogen, sozusagen das Schild „Do not disturb“ in den Hotels.
Auf keinen Fall sollten jedoch beide Flaggen hochgezogen werden, was entsprechend irritieren würde.

Ein perfektes System, das den Gästen eine absolute ungestörte Privatsphäre garantiert.
Ein einzigartiger Ort für anspruchsvolle Gäste, die in landschaftlicher Schönheit einen Rückzugsort suchen und den Komfort und Service eines Luxus Resorts geniessen können.

 

Geräumige Cottage-Terrasse mit Hängematte

Den beschriebenen Zimmerservice habe ich während meines Aufenthaltes erfolgreich getestet und die Annehmlichkeiten dieses Resorts, die ausgezeichnete Küche, die einzigartige Lage mit herrlichen Sandstränden kurz aber intensiv genossen.

 

Rückflug und Fazit
Während den 9 Std 25 Min. an Bord der Lufthansa von Barbados über Frankfurt nach Zürich habe ich genügend Zeit, mir diese aussergewöhnliche und intensive Inspektionsreise nochmals Revue passieren zu lassen.

Zurück im Büro erstelle ich einen 35-seitigen Rapport über die insgesamt 32 besuchten Hotels auf insgesamt 13 Inseln in 15 Tagen. Der Bericht in englisch umfasst die kleinsten Details, die ich den Kuoni-Büros weltweit zustelle als Grundlage für die Beratung der anspruchsvollen Kundschaft. Dieser von mir noch aufbewahrte Rapport hat mir erlaubt, die vorangegangene Beschreibung wahrheitsgetreu wiedergeben zu können.

Aufgrund der Rückmeldungen war dieser Rapport eine sehr grosse Hilfe in der Beratung der anspruchsvollen Kundschaft. Also Mission erfüllt.

 

 

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