Von den Anfängen des Tourismus bis zur Gegenwart

Faszination Karneval – Venedig wie im 18. Jahrhundert

Carnevale Venezia, 1995

 

Der Firmen-Kunde aus der Autobranche hat sich relativ spät entschieden, die Reise für die Gewinner eines „Kundenzufriedenheits-Wettbewerb“ zum Karneval in Venedig  durchzuführen.

Trotz grösster Bemühungen unseres lokalen Agenten Alfio übernachten wir in einem Hotel einige Kilometer nördlich von Venedig. Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Direktflüge von Zürich in die Lagunenstadt. Deshalb organisieren wir einen Charterflug, um eine möglichst kurze und direkte An- und Rückreise zu ermöglichen.

Der Kunde wünscht, sämtliche Teilnehmer für das Gala-Diner in traditionelle Kostüme einzukleiden. Aus diesem Grund fliegen der Verkaufsdirektor Sepp M. und ich einen Monat vorher nach Venedig, um diesen Wunsch möglichst arrangieren zu können. Alfio arrangiert ein Treffen mit einem Künstler und wir besuchen sein Atelier. Ein unglaubliches Lager auf zwei Stockwerken an Kostümen, je nach Zeitepoche. Der Künstler liefert nicht nur ans Theater La Fenice in Vendig, sondern auch an die Scala in Mailand und nach Rom. Der Entscheid fällt für Kostüme des 18. & 19. Jh. Wir sind überzeugt, dass dies ein Höhepunkt der Reise werden wird.

Wir erstellen für die Teilnehmer einen Fragebogen zu Handen des Künstlers mit Angaben – nebst dem Namen & Alter – über Grösse, Gewicht, Brust-/Taillenumfang und Schuhgrösse. Begreiflicherweise sind die Teilnehmer überrascht, ohne jedoch genau zu wissen, wozu wir diese Informationen benötigen

An der Reise mit der Gruppe kann der Verkaufsdirektor der Firma nicht teilnehmen, da er selber als „Fasnächtler“  nicht abkömmlich ist. Als Assistentin darf ich meine Frau Susanne mitnehmen, was für sie eine einmalige Gelegenheit ist.

Karneval- Stimmung auf dem Markusplatz
Am ersten Nachmittag sind wir schon im Karnevals-Fieber. Überall auf dem Platz und unter den Arkaden stehen teils kunstvoll maskierte Frauen und Männer herum und wir können auch einem kleinen Umzug beiwohnen
.

Festliches Gala-Dinner im Palazzo Pisani
Für das Gala-Dinner fahren wir mit Gondolas vom Markusplatz auf dem Canale Grande in einer Viertelstunde direkt vor den Eingang des Palazzo. Dort angekommen, gehts zum Einkleiden: Damen links, Herren rechts, bei beiden sind noch zwei SchneiderInnen, um letzte Korrekturen/Anpassungen vornehmen zu können.

Dann sind wir bereit, festlich eingekleidet wie in einer vergangenen Zeit, für einen einmaligen Abend. Wir steigen über eine imposante Treppe eine Etage höher, wo eine „Rondo Veneziano-Gruppe“ spielt.

Im Foyer werden von einem professionellen Fotografen Fotos der Ehepaare gemacht, an den Wänden im Hintergrund alte Gemälde. Im „alten“ Schlafzimmer folgt noch eine Aufnahme der ganzen Gruppe. Auch der Künstler ist anwesend sowie die  Besitzerin des Palazzos, eine 90-jährige Gräfin, die auf der obersten Etage wohnt und beim Apero uns mit ihrer Anwesenheit überrascht.   

Karnevals Gala-Dinner

In einem grossen Saal und an grossen Tischen wird das Gala-Dinner serviert. Da viele Damen weit ausladende Kleider (mit Ring darunter) tragen, haben wir nur zu sechst Platz statt wie üblich zehn Personen. Es ist eine tolle und einzigartige, festliche Stimmung unter den Gästen und man fühlt sich in die „gute alte Zeit“ zurückversetzt.

Nach dem Umkleiden begeben wir uns noch auf einen nächtlichen Stadtbummel durch die Altstadt mit einem Schlummertrunk in einer reservierten Bar. Es ist Samstagabend und die Strassen und Restaurants/Bars noch stark belebt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *