Von den Anfängen des Tourismus bis zur Gegenwart

Mikronesien – die unbekannten Inseln im Nordwest-Pazifik

 

Palau Inseln – Saipan – Truk – Pohnpei/Ponape

 

Meine Entdeckungsreise 1973 für neue Reiseziele im Kuoni-Angebot führt mich nach Melanesien und den Salomonen-Inseln über die Philippinen weiter nach Osten und nach Guam zum Gebiet der “Föderierten Staaten von Mikronesien”  im westlichen Pazifik.

Mikronesien ist ein Sammelbegriff für ein „Inselmeer“ von über 2000 tropischen Inseln und Atollen, die auf über 7 Millionen km² des westlichen Pazifischen Ozeans verstreut sind.

Die Inseln sind ein wahres Naturmuseum hauptsächlich in den Lagunen und unter Wasser. Doch auch an Land im Dschungel sind viele historische Zeugen zu entdecken.

 

Die Palau Inseln  –  bizarre Kalkfelsen

Die Insel Koror ist Teil dieser westlichsten Inselgruppe im Archipel der Karolinen,

Vom Palau International Flughafen auf der Insel Babelthuap erreicht man über einen Damm nach 6 km die Insel Koror, die lediglich eine Fläche von 11 km2 aufweist.

Passkontrolle bei Ankunft auf dem Tarmac

Das erstklassige Hotel liegt erhöht mit phantastischem Blick auf die unzähligen kleinen Inseln und pilzförmigen Kalkfelsen in der Nikko Bucht.

Ausblick vom Hotelzimmer auf die unglaublichen Kalkfelsen-Inselchen

Während einer rassigen Motorbootfahrt schlängeln wir uns zwischen diesen spektakulären Felsen, da vor allem durch Gezeiten die Basis vieler Inseln ausgehölt wurden, wodurch die heutige typische Pilzform entstand.

Ein “Prachtsexemplar” eines Kalkfelsen

Ein einsamer Strand – “just for two”!

Zwischendurch unterbrechen wir die rassige Fahrt und machen einen Halt an einem wunderbaren, feinsandigen Strand und kehren nach rund zwei Stunden wieder zurück zum Pier des Hotels.

 

Saipan  –  die “Suicide-Cliffs” der Japaner

Die Insel ist berühmt vom 2. Weltkrieg als letzte Bastion der Japaner und ist im Westen flach und nach Osten ansteigend. Beim Rückzug der Japaner vor dem Angriff der Amerikaner erreichten sie am Ende der Insel ein hohes Cliff – aber anstatt sich zu ergeben, stürzen sich die Japaner, mit Familien, übers Cliff in den Tod.

Vom Flughafen fahre ich die gleiche Strecke bis zu den Cliffs. Ich schaue hinunter und mir graut beim Anblick der Gedanke, dass man hier mitsamt Familie in den Tod stürzen kann – unfassbar.

Ich kehre zurück und begebe mich an den Fuss des Cliffs – der Blick hinauf ist noch furchterregender als von oben herab. Neben einer Gedenktafel sehe ich noch Überreste aus dieser Zeit.

Für viele Japaner ist Saipan daher ein Wallfahrtsort, wo viele ihrer Vorfahren hier umgekommen sind. Im flachen Teil der Insel im Westen ist ein Hotel-Resort mit langem feinen Sandstrand ein beliebtes Ziel von japanischen Honeymooners, die gleichzeitig das Cliff und die Gedenkstätte besuchen.

Der feine Hotelstrand

 

Truk (Chuuk) Atoll  –  der Schiffswrack-Friedhof

Chuuk Atoll – seit 1990 der einheimische chuukesische Name –  ist ein Atoll im zentralen Pazifik, etwa 1.800 Kilometer nordöstlich von Neuguinea in der Mitte des Ozeans. Es gehört zur Gruppe der Karolinen und ist Teil der Föderierten Staaten von Mikronesien.

“Truk Atoll”, die strategisch gelegene Inselgruppe, war während des Zweiten Weltkriegs der Stützpunkt der japanischen Flotte im Südpazifik. Es war der Ort eines großen US-Angriffs während der Operation Hailstone im Februar 1944 mit Abwurf von 500 t Bomben und Torpedos sowie der Operation Inmate, einem kleinen Angriff britischer und kanadischer Streitkräfte im Juni 1945.

Die Piste des Flughafens auf der Insel Moen ist spektakulär auf einem schmalen Landstreifen zwischen den Hügeln und dem Meer gebaut. Beim Anflug und Abflug habe ich aus geringer Höhe eine gute Sicht auf einige der versunkenen Kriegsschiffe in der Lagune, von denen teils noch das Kamin aus dem Wasser ragt.

Faszinierend ist auch der mit “International Airport Truk” angeschriebene “Terminal”, eine Hütte mit Schilfgeflecht.

Heute liegen noch 60 korallenverkrustete japanische Schiffe dort, eine der weltgrössten Konzentrationen an Schiffswracks, in relativ flachem und ruhigem Wasser.  Die warmen Temperaturen und sanften Strömungen hat sie in einen Garten künstlicher Riffe verwandelt.

Ein Eldorado für Taucher, da sich viele Korallen in all diesen Jahren seit Kriegsende an Wracks angesetzt haben.

 

Pohnpei/Ponape  –  die Ruinen von Nan Madol

Die Insel, umgeben von einem Korallenriff

Mit Air Micronesia fliege ich in 54 Minuten weiter östlich nach Pohnpei, unweit der Marshall-Inseln. Der Flughafen ist auf einer kleinen, dem Hauptort Kolonia vorgelagerten Insel. Das einfache Hotel verfügt über Bungalows in einem üppigen Garten.

Mit einem Lokalführer und einer langen Fahrt mit einem Motorboot erreichen wir Nan Madol.

Die Einfahrt zu Nan Madol

Nan Madol ist eine archäologische Stätte am Ostufer der Insel und war bis 1628 die Hauptstadt der Saudeleur-Dynastie. Die in einer Lagune erbaute Stadt mit seinen Steinmauern umfasst ein Gebiet von rund 1,5 km Länge und 0,5 km Breite und umfasst rund 90 künstliche Inseln.

Der Name bedeutet „innerhalb der Intervalle“ und bezieht sich auf die Kanäle, die die Ruinen durchziehen. Die zerstörte Stadt ist eines der grossen archäologischen Rätsel von heute und wird manchmal auch als „Atlantis“, „das achte Weltwunder“ oder „Venedig des Pazifik“ bezeichnet.

Nan Madol ist nur mit Boot erreichbar und in verschiedenen Ruinen ist es noch möglich, diese zu Fuss zu erkunden, obwohl bei vielen schon die Natur wieder langsam überhand nimmt.

Obwohl archäologisch äusserst interessant, sind keine spektakulären Ruinen, wie z.B. in Angkor Wat, vorhanden, sodass sich der weite Weg von Guam bis fast halbwegs nach Hawaii nicht lohnt.

 

 

 

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